Gastro
An der Talstation Flims, direkt in einem Teil der historischen Sesselbahnstation, die 1945 als weltweit erste kuppelbare Sesselbahn erbaut worden war, entstand 2003 die Legna Bar. Die Bauherrschaft suchte für die karge, rein technische Gebäudehülle eine Umnutzung, die aus dem funktionalen Bestand einen eigenständigen Freizeit- und Begegnungsort macht – eine Aufgabe, die von Anfang an zwei gegensätzliche Welten miteinander versöhnen musste: die nüchterne Bahninfrastruktur und den Anspruch an einen aussergewöhnlichen Apéro-Ort.
Der architektonische Eingriff bleibt bewusst einfach lesbar. Innen wie aussen dominiert unbehandeltes Tannen- und Lärchenholz, das dem technischen Bestand eine warme, greifbare Materialität entgegensetzt. Eine grossflächige Öffnung der bestehenden Fassade mit grosszügigen Glasschiebetüren sowie eine vorgelagerte Terrasse verbinden den Innenraum unmittelbar mit der umgebenden Berglandschaft und machen die Bar sowohl drinnen als auch draussen nutzbar.
Konzeptionell knüpft der Entwurf an die Walser Bautradition an: Holz als Baumaterial, Strickbau als Konstruktionsprinzip und ein Grundriss, der den Raum in kleinere Einheiten schichtet – gedacht als offene, ineinander übergehende Stuben. So entsteht aus der unwirtlichen Bahnstation ein Ort, der explizit als «Bühne zur Freizeit» verstanden werden will.
Die Legna Bar hat sich seither als feste Grösse des Flimser Après-Ski-Lebens etabliert. Als die alten Sesselbahnen nach Foppa und Naraus im März 2023 nach fast 80 Betriebsjahren durch die neue Gondelbahn FlemXpress ersetzt wurden, blieb die Bar an der Talstation bestehen und ist bis heute – mit Sonnenterrasse, DJ-Programm und ganzjährigem Betrieb – ein beliebter Treffpunkt direkt am Pistenrand.
standort
Flims Dorf
bezug
2003
bauherrschaft
leistung
Gesamtleistung
verfahren
Direktauftrag
projektbeteiligte
Fotografie
Rüegg Architects