Versammlungsbau
Im alten Dorfkern von Laax, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Kirche, Friedhof und Pfarrhaus, entstand im Rahmen eines Studienauftrags das Projekt für die Nova Sentupada – ein neues Begegnungszentrum, das die bestehende, in die Jahre gekommene Sentupada ersetzen soll. Namensgebend für den Projektvorschlag ist der rätoromanische Begriff «Stivada», der eine Stube voller Menschen bezeichnet: Der Neubau soll als Ort der Gemeinschaft im Dorf wahrgenommen werden, mit einem Ensemble von Plätzen und Räumen für vielfältige Begegnungen.
Städtebaulich schliesst der Neubau die südwestliche Ecke des Kirchenareals ab. Die verlängerte Stützmauer des Friedhofs und der bewusst gewählte Abstand zum Pfarrhaus schaffen einen grosszügigen Platz im Osten sowie einen kleinen Park entlang des Friedhofwegs im Norden. Das Volumen bleibt bewusst zurückhaltend und eingeschossig, orientiert sich damit an der Körnung der bestehenden Dorfstruktur und respektiert den Blickhorizont auf den Haupteingang der Kirche. Ein ausladendes Walmdach vermittelt zwischen den unterschiedlichen Blickbezügen und schafft zugleich einen einladenden, wettergeschützten Aussenraum.
Die Nutzungsverteilung folgt der Topografie: Auf Dorfebene liegt der Hauptsaal als zentraler Veranstaltungsort, darunter treppt sich das Gebäude über ein weiteres Foyer mit zwei kombinierbaren Sälen bis zu einem eigenständigen Jugendraum mit separatem Zugang und geschütztem Atrium ab. Eine gerasterte Primärstruktur sorgt für langfristige Nutzungsflexibilität.
Architektonisch prägt das feine Walmdach mit rautenförmigen Photovoltaikschindeln das Erscheinungsbild, unter dem sich das Erdgeschoss auf Dorfebene mit einer raumhohen Verglasung zum öffentlichen Raum hin öffnet. Der Sockel im Untergeschoss besteht aus lokalem Naturstein und führt die Friedhofmauer weiter, während das Tragwerk als hybrider Verbund aus Massivholz und Recyclingbeton konzipiert ist.
Nachhaltigkeit war von Beginn weg zentrales Entwurfskriterium: Eine konsequente Trennung von Primär-, Sekundär- und Tertiärstruktur erleichtert einen künftigen Rückbau, die rund 330 m² grosse Dachfläche könnte mit einer PV-Leistung von etwa 50 kWp den Eigenbedarf von Sentupada und Pfarreihaus decken, und die Leichtbauweise reduziert die CO₂-Bilanz gegenüber einem reinen Massivbau um rund 20 bis 25 Prozent.
standort
Laax
planung | Ausführung | bezug
2023
bauherrschaft
leistung
Entwurf
verfahren
Studienauftrag
team
Werner Rüegg, Julian Omlin, Roc-Andrea Rüegg
Rendering