Industrie & Gewerbe
Als Ersatz für einen älteren Bankstandort entstand 1996 bis 1998 an der Hauptstrasse von Scuol der neue Regionalsitz der Graubündner Kantonalbank (GKB). Die Bauherrschaft – die 1870 gegründete Kantonalbank, die in Scuol je her mit einer eigenen Zweigniederlassung präsent ist – suchte für die bestehende Bebauungsstruktur entlang der leicht geschwungenen Strasse eine zeitgemässe Ergänzung, die sich als eigenständiger, aber respektvoller Baukörper einfügt.
Die Antwort darauf ist ein klar gefasster Kubus: Nordöstlich und südwestlich wird das Volumen von zwei massiven Stahlbetonscheiben begrenzt, in die nur wenige, präzis gesetzte Fensteröffnungen geschnitten sind. Quer dazu öffnen sich die Südost- und die Nordwestfassade grosszügig und lassen einen durchgehenden Raumfluss durch das Gebäude entstehen – ein Kontrastspiel zwischen introvertierter Masse und transparenter Durchlässigkeit, das dem Bau seine Identität verleiht.
Materialisiert ist der Baukörper mit hellgrauen, schalungsglatten Betonflächen, grossflächigen Fenstern und zurückversetzten Fensterbändern, die dem Volumen von aussen Tiefe und Präzision verleihen. Im Innern setzt sich diese sinnliche Materialsprache fort: grossformatige Buchen-Holzplatten und ein fugenloser Bodenbelag prägen die Oberflächen, während die Betonflächen des Tragsystems bewusst auf ein Minimum reduziert werden und nur noch als Stützen und Rahmen in Erscheinung treten.
Besonders ist das Wechselspiel zwischen aussen und innen: Was an der Fassade als massive, geschlossene Betonscheibe erscheint, löst sich im Gebäudeinnern in eine leichte, warme Materialität aus Holz und fugenlosem Belag auf – eine konsequente Umkehrung, die dem Bankgebäude trotz seiner robusten Aussenwirkung eine einladende, unaufgeregte Innenwelt gibt. Seit seiner Fertigstellung 1998 ist der Regionalsitz fester Bestandteil des Ortsbilds von Scuol.
standort
Scuol
planung | Ausführung | bezug
1996 | 1997 | 1998
bauherrschaft
leistung
Gesamtleistung
verfahren
Wettbewerb