Gesundheit
Das Spital Davos besteht seit 1888. Unverändert seit 1977 hielten die Räumlichkeiten den veränderten Anforderungen an einen zeitgemässen Spitalbetrieb nicht mehr stand. Auch veraltete technische Installationen machten eine Gesamtsanierung des Betonbaus mit seiner charakteristischen Lochfassade unumgänglich. Grundlage für den weiteren Planungsprozess bildete 2001 ein Projektwettbewerb für die Gesamtsanierung, begleitet durch eine auf Spitalplanung spezialisierte Fachberatung.
Umgesetzt wurde die Sanierung in mehreren Etappen zwischen 2004 und 2008. Diese Staffelung gewährleistete während der gesamten Bauzeit einen unterbrechungsfreien Spitalbetrieb. Das bestehende Gebäude aus dem Jahr 1977 wurde in der Nordwestecke zu einem Würfel ergänzt – eine konsequente geometrische Vervollständigung anstelle eines kontrastierenden Anbaus. Zwischen dem Spitalbau und dem angrenzenden Pflegeheim wurde ein neuer Gebäudeteil eingefügt, der zwei Aufgaben gleichzeitig löst: Er trennt die unterschiedlichen Funktionsbereiche räumlich voneinander und bildet zugleich, mit Empfang, Cafeteria und Kiosk, einen wichtigen Knoten- und Treffpunkt für Bewohner:innen, Patient:innen und Mitarbeitende.
Während die beiden Hauptbauten – Spital und Pflegeheim – als massive Betonvolumen in Erscheinung treten, ist der verbindende Zwischenbau als transparenter, leichter Glaskörper ausgebildet. Dieser bewusste Kontrast macht die funktionale Trennung der beiden Nutzungen auch optisch ablesbar und verstärkt zugleich die einladende Wirkung des Haupteingangs und Empfangsbereichs.
Im Zuge der Sanierung wurden Nutzungsanforderungen und Wegführungen entflochten und auf effizientere Bewegungsabläufe hin optimiert. Der Notfallbereich wurde neu konzipiert und tagesbetriebliche Einheiten wie Tagesklinik, Dialyse und ärztlicher Dienst räumlich zusammengefasst. Die ursprünglich vier Pflegegeschosse wurden auf drei konzentriert und um eine Entbindungsstation ergänzt. Der Patientenkomfort konnte durch behindertengerechte Nasszellen und ein erweitertes Angebot an Zweierzimmern erhöht werden. Ergänzt wurde das Ensemble ausserdem durch ein neues Personalhaus mit 50 Studios sowie eine unterirdische Parkierungsanlage mit 77 Plätzen, aufgeteilt auf Spital und Personalhaus.
Das Projekt zeigt deutlich, dass sich ein laufender Spitalbetrieb über eine mehrjährige Bauzeit hinweg aufrechterhalten lässt, ohne bei der räumlichen und funktionalen Neuordnung Kompromisse eingehen zu müssen.
standort
Davos
planung | Ausführung | bezug
2001 | 2004 | 2008
bauherrschaft
leistung
Gesamtleistung
verfahren
Wettbewerb